Monatsarchiv für Mai 2009

Killer Chip – Die ultimative Kontrolle.

18. Mai 2009

Ein scheinbar am Puls der Zeit lebender Saudi hat jetzt einen Chip entwickelt, der ferngesteuert Personen töten kann. Der Chip lässt sich operativ einpflanzen oder einfach injizieren. Der Träger eines solchen Chips könne durch einen eingebauten GPS Sendeempfänger überwacht und gegebenenfalls durch die im Chip integrierte und mit Gift gefüllte “Strafkammer” liquidiert werden. Eingesetzt werden soll diese wunderbare Erfindung laut Erfinder um Terroristen, Verbrecher, Flüchtlinge, illegale Immigranten oder politische Dissidenten zu jagen.

Also ich hätte da noch ein paar Verbesserungsvorschläge: Der Chip wird an die Hirnströme gekoppelt und vergleicht diese mit durch Studien entdeckte verdächtige Muster, analysiert durch ein eingebautes Mikrofon das Gesprochene auf verdächtige Schlagwörter. Wird jetzt der Verbotenquotient zu hoch, aktiviert sich automatisch die “Strafkammer” und die [bedrohliches Adjektiv] Gefahr ist gebannt.

Quellen: foxnews, tagesanzeiger

James Bond sein für knapp 74.000 €

14. Mai 2009

Wer mal eben 74.000 € übrig hat, der kann sich mei der Firma Martin jetzt ein wie ich finde recht ausgereiftes Jetpack bestellen. Laut Hersteller kann man damit ca. 30 Minuten mit maximal 100 km/h herumfliegen. Im Video sieht man die recht interessante Schublenkung, die nicht wie ich jetzt spontan vorschlagen würde an den Turbinen stattfindet, sondern einen guten halben Meter unter der Turbine den Strahl lenkt.

Wozu Grundrechte wenn es um Kinderpornos geht? – Etablierung einer Zensur- Infrastruktur.

1. Mai 2009

Kinderpornographie. Eine Diskussion unter diesem Label ist schwierig. Kein Diskussionspartner nimmt daran teil, ohne sich vorweg von ihr ausdrücklich zu distanzieren. Geht es um die Bekämpfung der Kinderpornographie scheint pauschal erst einmal jedes Mittel recht zu sein. Auch die Schaffung einer Zensur- Infrastruktur auf technisch und juristischer Seite. Der aktuelle Gesetzesentwurf zur Bekämpfung der Kinderpornographie in Kommunikationsnetzen soll allein das BKA dazu befähigen, Sperrlisten von Websites zu erstellen, welche dann nicht mehr über das Internet erreichbar sind. Im Gesetzesentwurf steht dazu:

Mit diesem Gesetz soll [...] die Mitwirkung der Zugangsvermittler
beim Kampf gegen kinderpornographische Seiten gesetzlich abgesichert werden.

Eine Ausweitung auf andere Zwecke ist nicht beabsichtigt.

Traurig ist der Zweite Satz, da uns die Erfahrung lehrt, dass solch eine Aussage nichts wert ist. Schon jetzt wird der fehlende Schutz für geistiges Eigentum im Internet beklagt, Anette Schavan will “Gewaltseiten” im Internet sperren. Ist also die Sperre erst einmal etabliert, wird dieser Ruf nach neuen Sperren immer lauter und stärker werden.

Aktuell wird in der Diskussion oft auf die Unwirksamkeit der im Raum stehenden DNS-Sperre hingewiesen. Dazu steht im Gesetzesentwurf:

Angesichts der rasanten Fortentwicklung der Technik erscheint es nicht zweckmäßig, den
Zugangsvermittlern vorzugeben, wie die Sperrung technisch zu erfolgen hat. Vor diesem
Hintergrund ist das Gesetz technologieneutral, dass heißt, es können alle vorhandenen
technischen Möglichkeiten in Betracht gezogen werden
, soweit diese den
Diensteanbietern zuzumuten sind.

Es wird also schon jetzt auf härtere Maßnahmen hingewiesen. Welche das im Endeffekt sein werden ist im Prinzip egal. Sehr bedenklich ist auch der Hinweis,

(5) Die Diensteanbieter dürfen, [...] personenbezogene Daten erheben und verwenden. Diese Daten
dürfen für Zwecke der Verfolgung von Straftaten [...] übermittelt werden.

(10) Das Grundrecht des Fernmeldegeheimnisses (Artikel 10 des Grundgesetzes) wird
durch die Absätze 2, 4 und 5 eingeschränkt.[...]

Heißt im Klartext, dass damit Hausdurchsuchungen oder Strafanzeigen durch bloßes aufrufen gesperrter Seiten Tür und Tor geöffnet werden. Die Infrastruktur zur Verfolgung der “bösen” IP- Adressen wurde bereits eingerichtet. Siehe dazu www.vorratsdatenspeicherung.de.

Wichtig ist, dass auch der technisch wenig versierte Nutzer die Gefahr erkennt und sich nicht von dem Vorwand etwas gegen Kinderpornographie zu unternehmen blenden lässt. Dazu hoffe ich auf engagierte mündige Bürger, die das Thema in der Öffentlichkeit kritisch erörtern können anstatt über Chinas Internetzensur zu schimpfen und die eigene zuzulassen.

Einen guten Podcast zum Thema gibt es beim Chaosradio.